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PIERCING D LÜX BY FREDL - 2005 ALL RIGHTS RESERVED - DESIGN: BXL


                            

                  FREDL
                  BE YOURSELF - FUCK THE FAKES



-1996 Im zarten Alter von fünfzehn Jahren wurde ich mit dem Tattoo- und Piercingfieber angesteckt. Nach meinem ersten Minitattoo auf der Brust folgte dann gleich der Unterarm. Die ersten Piercings ließen auch nicht lange warten und so mutierte ich kontinuierlich und aus Überzeugung zum Bürgerschreck.

-2001 Nach etlichen beschissenen Jobs und verschwendeten Energien, verschaffte mir mein langjähriger Freund und Tätowierer Bammer (www. Sign-of-liberty.com) die Möglichkeit bei Helmut Kirchmeier (www.kamichaos.com) der damals Wildcat Vienna eröffnete das Piercen zu erlernen.

-2002 Nach einem Jahr kam ich dann wieder nach Linz zurück und musste nun mein frisch erlerntes Handwerk unter die Leute bringen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an jene Freunde und Bekannten die mir in dieser Zeit Ihr Vertrauen schenkten.

-2003 Piercing D. Lüx zieht ins Positive Vibration ein.
Im November bekam ich dann endlich meinen Gewerbeschein, nachdem meine Kompetenz amtlich geprüft wurde.

-2004 Arbeit als professioneller Piercer. Habe neue Leidenschaft für Scarification entdeckt.

-2005 Eigene Website geht online. Ab Dezember nun regelmäßige Guestspots in der Sign of Liberty Gallery in Berlin.

-2007 Seit August dieses Jahres biete ich auch Microdermals sogennante Single-point-piercings an.

-2008 Piercing D. Lüx feiert 5 Jahres Jubiläum. Die Webseite wird zu diesem Anlass überarbeitet. In Zukunft wird es regelmässige Updates mit Neuigkeiten und Aktionen geben. Das Oberflächenpiercing-Angebot wird erweitert. Neben Surface-Piercings und Microdermals biete ich nun auch SkinDivers an.




PRESSE:

EXPAND NR. 7, März 07
Interview: "Master of branding"
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TÄTOWIERMAGAZIN, August 06
Fredl brennt Brandings in Linz und Berlin
Piercing D.Lüx
Text: Volker Müller-Veith

„Brandlings kann man nicht so leicht wie ein Tattoo kopieren“, sagt Branding-Artist Fredl (25) aus Linz. Denn der Ko-Künstler Körper ist unberechenbar: „Jeder narbt anders“. Mehrmals im Jahr arbeitet Fredl auch bei Bammer in Berlin.
Dass der Piercer mit Bammer viel am Hut hat, erschließt sich auf den ersten Blick: er hat viel von dem Top-Tätowierer am Körper. Nicht nur alle vier Seiten des Halses (inkl. Nacken) schmücken Werke des österreichischen Tattoo-Großmeisters im Comic-Style. Auch an seine Arme und den Rücken hat Fredl Bammer rangelassen. Neuerdings ziert eine Arbeit von ihm sogar Fredls kahlrasierten Schädel. Die beiden Österreicher kennen sich aus der Zeit, als sie zusammen in der oberösterreichischen Provinzstadt Linz als jugendliche Punker unterwegs waren. Fredl über seine Heimatstadt: „Die Industriestadt ist von Bergen umstellt und schwer aggressiv. Wir haben ein Irrenhaus, wo sie freien Ausgang haben, und im Verhältnis zur Einwohnerzahl die meisten Polizisten in Österreich.“ Heute ist Bammer ab und zu im „Positive Vibration“-Laden in Linz (Headshop, Piercingschmuck, Szene-Klamotten) als Tätowierer zu Gast. Fredl hat sich dort mit seinem Studio „Piercing D.Lüx“ eingemietet. Immer wieder einmal arbeitet er als Branding-Künstler einige Tage lang in Bammers „Sign of Liberty-Gallery“ in Berlin-Kreuzberg (wann er dort wieder gezielt Haut verbrennt, könnt Ihr auf
www.sign-of-liberty.com nachlesen).
Seit 2000 pierct Fredl. Damals hat ihm Helmut (Ex-Wildcat Wien) das Piercen beigebracht. Zunehmend interessierte sich Fredl für andere Bodymodification-Formen. „Lange surfte ich im Internet bei BME“, erzählt der sympathische, ruhige und bescheidene Linzer, „die Bilder haben mich fasziniert.“ Er bekam Lust, selbst Cuttings und Brandings zu gestalten. In Sachen geschnittene Scars ließ er es bei Versuchen am eigenen Körper bewenden (die Narben in seinem Gesicht hat Thorsten von Wildcat München geschnitten). „Ich habe mich für Brandings entschieden, weil sie nicht so blutig sind. Außerdem kann man bei Brandings fettere Linien erzeugen, es ist irgendwie noch archaischer, primitiver.“ Und exklusiver: „Es gibt kein so breites interessiertes Publikum wie bei Tattoos“.
Fredl fing mit den gängigen Multi-Strike-Brandings an. Gerade oder leicht gekrümmte Edelstahl-Plättchen werden mit einem Bunsenbrenner zum Glühen gebracht und 1 Sekunde lang auf die Haut gedrückt. Eine Verbrennung dritten Grades entsteht. Ein fertiges Branding ist meist aus mehreren einzelnen Strikes zusammengesetzt (daher „Multi-Strike“). Anders als bei Tieren, die gebrandmarkt werden, ist beim Menschen die Haut zu fein, sind Stellen ohne auch nur minimale Unebenheiten zu rar, als dass man eine aus Metall vorgeformte Figur als ganzen Block in die Haut brennen könnte, ohne unterschiedlich tiefe Verletzungen zu schaffen. Ganz geschlossene Formen (Kreise, Buchstaben) sind ohnehin tabu. Die ummauerte Oberhaut würde nicht mehr genug mit Nährstoffen versorgt, könnte absterben. Obwohl es für den Kunden schmerzhafter ist, mit einem Elektro-Kauter statt mit Metall-Plättchen Brandings zu fabrizieren (Elektro Cautery- oder Modern Branding), hat sich Fredl für diese nicht so häufig angewandte Branding-Technik entschieden.
In der Medizin wird ein Elektro-Kauter z.B. verwendet, um feine Krampfadern zu veröden. Am Ende des Geräts befindet sich eine Drahtschlaufe. Durch Strom wird sie 1200 Grad heiß. „Breiter als 1 mm sollte die Spitze nicht sein.“ Mit der heißen Schlinge werden wie mit Tätowiernadeln die vorher auf die Haut gepausten Linien des Motivs nachgefahren. „Es lassen sich diffizilere Narbenzeichnungen schaffen, ich kann auf Körperrundungen arbeiten“, erklärt Fredl seine Wahl. „Bei Plättchen braucht man eine flache Stelle oder man muss abrollen“ - z.B. am Arm. Fredl fährt jede gebrannte Linie zweimal nach, damit sie besser ausgearbeitet ist.
Heilt die Kruste über der Wunde ganz ab, erscheint eine zuerst rötliche, mit der Zeit zunehmend blassere Narbe. „Fotos von frischen Brandings vermitteln einen falschen Eindruck von dem, was am Ende rauskommt.“ Und dafür sind maßgeblich individuell verschieden starke Prozesse im Körper verantwortlich. Je stärker das erste Abheilen kontrolliert verzögert wurde (z.B. durch Einsprühen oder Benetzen der von der Kruste befreiten Verletzung mit Zitronensäure oder Rotweinessig), desto größer die Chance, dass die Narbe wulstig ausgeprägt ist. Fredl empfiehlt 3- oder 6-prozentigen Wasserstoff. Gerade bei Hellhäutigen bleibt nach einem halben bis dreiviertel Jahr - oder auch erst nach einigen Jahren - oft nur ein weißes, kaum erhabenes Zeichen auf der Haut. Manchmal ist es auf den ersten Blick kaum wahrnehmbar. „Nach dem vollständigen Abheilen kann ich ein Branding prima mit einem Tattoo kombinieren“, empfiehlt Fredl, „zum Beispiel die Linien einer Sonne brennen, später die Flächen tätowieren.“ Von komplett narbigen Flächen rät Fredl eher ab: „Es kommt auf die Risikobereitschaft an. Die riesige Wunde kann sich leicht entzünden, der optische Effekt ist völlig unvorhersehbar.“
Sein erstes Branding schuf Fredl bei seiner Freundin: Dreiecke. Inzwischen sind sie gecovert - auch das geht bei Brandings, wenn sie später sehr schwach in Erscheinung treten. Einer Bekannten brannte er eine Handgranate in die Haut, Kumpel Jack einen Schuhabdruck auf die eine Pobacke, ein Hufeisen auf die andere, einem anderen Freund das BME-Logo groß auf den Bauch. Seitdem steigt die Nachfrage. Aber auch wenn sich einmal längere Zeit keiner Haut verbrennen lassen möchte, ist Fredl nicht arbeitslos. Piercings sind sein Hauptgeschäft: „Vor allem besteht zur Zeit Nachfrage nach Lippenpiercings, Madonnas und Labrets, außerdem nach aufgedehnten Ohrlöchern. Seit einiger Zeit sind Augenbrauen-Piercing wieder im Kommen.“ Bei Brustwarzen von Frauen muss sich Fredl vornehm zurückhalten: der österreichische Gesetzgeber will es so (die Piercings könnten die Milchkanäle der weiblichen Brust verletzen, dadurch Stillen behindern). Auch Punching darf er offiziell nicht anbieten.